Kinofinder
23 Filme rittern um "Goldenen Löwen" in Venedig
23 Filme (inklusiver ein noch nicht bekannter "Überraschungs-Film") gehen vom 1. bis 11. September ins Rennen um den "Goldenen Löwen" der 67. Filmfestspiele von Venedig. Während die österreichische Schauspielerin Sophie Rois in dem deutschen Wettbewerbsbeitrag "Drei" von Tom Tykwer eine Hauptrolle spielt, ist Österreich abseits des Wettbewerbs mit sechs Produktionen und Koproduktionen vertreten. Insgesamt werden 83 Filme in den vier Hauptschienen vorgestellt. In der Sektion Orizzonti, in der der Filmkritiker und Direktor des Österreichischen Filmmuseums Alexander Horwath Jurymitglied ist, wird der österreichisch-niederländische Dokumentarfilm "The Forgotten Space" der Regisseure Noel Burch und Allan Sekula gezeigt. Vier österreichische Streifen treten im Orizzonti-Wettbewerb für Kurzfilme an: "Shadow Cut" von Martin Arnold und "Mouse Palace" von Harald Hund und Paul Horn. Sasha Pirker stellt den Dokumentarfilm "The Future will not be Capitalist" vor, während Peter Tscherkassky seinen Streifen "Coming Attractions" präsentiert. Außerhalb des Wettbewerbs wird die italo-österreichische Produktion "All Inclusive 3D" der Regisseure Nadia Ranocchi und David Zamagni vorgestellt. Das Filmfestival wird dieses Jahr mit dem jüngsten Werk von US-Regisseur Darren Aronofsky, "Black Swan", eröffnet. Aronofsky geht mit dem Film auch in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen, teilte die Biennale heute, Donnerstag, mit. Der Psychothriller mit Hollywood-Starlet Natalie Portman ("Hautnah") und Vincent Cassel ("Ocean's Twelve") in den Hauptrollen dreht sich um Intrigen im New Yorker Ballettmilieu. Aronofsky hatte vor zwei Jahren mit seinem Film "The Wrestler" (in der Hauptrolle Mickey Rourke) am Lido den Goldenen Löwen gewonnen. Mit gleich sechs Filmen rittern die USA um den Goldenen Löwen. Neben Aronofsky präsentiert Sofia Coppola ihren Film "Somewhere" mit Stephen Dorff und Benicio Del Toro. Das Drehbuch schrieb sie selbst, produziert hat Vater Francis Ford Coppola. Aus den USA kommen auch die Wettbewerbsfilme "Promises written in Water" von Vincent Gallo, Monte Hellmans "Road to Nowhere", Kelly Reichardts "Meek's Cutoff" und Julian Schnabels "Miral" mit den Stars Willem Dafoe und Vanessa Redgrave. Dustin Hoffman ist der Protagonist des italo-kanadischen Films von Richard J.Lewis "Barney's Version". Die Organisatoren rechnen mit einer Starparade am Lido. Catherine Deneuve und Gerard Depardieu stellen "Potiche" des Regisseurs Francois Ozon vor. Jessica Alba, Roberto De Niro, Steven Seagal und Don Johnson werden Regisseur Robert Rodriguez nach Venedig begleiten, um den US-Film "Machete" vorzustellen, der außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wird. Ben Affleck präsentiert seinen Film "The Town", in dem er zugleich Regisseur und Schauspieler ist. Mit Spannung wird auch der Film "The Tempest" der Regisseurin Julie Taymor mit Helen Mirren in der Hauptrolle erwartet. Martin Scorsese zeigt außerhalb des Wettbewerbs seinen Dokumentarfilm "A letter to Elia" über den 2003 verstorbenen Filmemacher Elia Kazan. Mit vier Filmen geht Italien ins Rennen um den Goldenen Löwen. Saverio Costanzo verfilmte Italiens Buchsensation "Die Einsamkeit der Primzahlen". Im Film spielt auch Isabella Rossellini. Der Roman des Schriftstellers Paolo Giordano wurde in seiner Heimat eine Million Mal verkauft und hat den angesehenen Literaturpreis "Premio Strega" gewonnen. Der Neapolitaner Mario Martone zeigt seinen Kostümfilm "Noi Credevamo" über den Kampf um die italienische Nationaleinheit. Weiters tritt auch Regisseur Carlo Mazzacurati mit "La Passione" an. Der römische Regisseur "Ascanio Celestino" stellt den Film "La pecora nera" vor. Außerhalb des Wettrennens wird der Film "Vallanzasca - Gli angeli del male" über das ereignisreiche Leben des Mailänder Kriminellen Renato Vallanzasca gezeigt. Regisseur ist der Schauspieler Michele Placido, der als Kommissar Cattani in der TV-Serie "Allein gegen die Mafia" bekanntgeworden ist. Der amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Quentin Tarantino leitet in diesem Jahr die Jury des Filmfestivals von Venedig. Tarantino, der im Jahr 2004 auch die Jury-Präsidentschaft in Cannes innehatte und zuletzt mit "Inglourious Basterds" einen Welterfolg feierte, wurde für die Position als "einer der wichtigsten Schöpfer des zeitgenössischen Kinos" ausgewählt.Der Filmregisseur und Produzent John Woo ("Face/Off", "Mission Impossible II") erhält den Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk. Dem 1946 in China geborenen Woo sei es gelungen, Inszenierungskunst und Schnitt zu revolutionieren und das Genre des Actionfilms im höchsten Grad zu stilisieren, heißt es in der Begründung. Dies sei Woo sowohl in Asien wie auch in Hollywood gelungen.